


Die Geschichte des Cappeler Schützenvereins e.V. ist untrennbar mit der Entwicklung unseres Dorfes Cappel und der Stadt Lippstadt verbunden. Seit der offiziellen Gründung im Jahr 1837 steht unser Verein für die Wahrung der Werte „Glaube. Sitte. Heimat.“ und bildet das gesellschaftliche Rückgrat unserer Gemeinde. Auf dieser Seite laden wir Sie ein, eine Reise durch fast zwei Jahrhunderte gelebter Schützentradition zu unternehmen.
Die frühen Jahre: Von der Schützen-Gesellschaft zum Verein
Die Wurzeln unseres Vereins reichen bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. In den Anfangsjahren, dokumentiert ab 1837, formierte sich die Gemeinschaft zunächst als Schützen-Gesellschaft Cappel. Aus dieser frühen Epoche sind die Namen der ersten Königspaare leider nicht mehr überliefert, doch die Tradition des jährlichen Schützenfestes wurde bereits damals fest etabliert.
Der erste namentlich dokumentierte Schützenkönig der Gesellschaft war August Roolf, der im Jahr 1880 gemeinsam mit Gertrud Schulze Böbbing regierte. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Gesellschaft stetig und wandelte sich schließlich in den heutigen Cappeler Schützenverein um. Ein Meilenstein dieser Entwicklung war das Jahr 1900, in dem mit Wilhelm Trockel der erste offiziell dokumentierte Obrist des Vereins sein Amt antrat.
Herausforderungen und Zusammenhalt in Krisenzeiten
Wie viele historische Institutionen blieb auch der Cappeler Schützenverein nicht von den dunklen Kapiteln der Weltgeschichte verschont. Die Vereinstradition wurde durch die beiden Weltkriege auf eine harte Probe gestellt:
- Erster Weltkrieg (1914–1918): In diesen Jahren sowie in der direkten Nachkriegszeit bis 1920 ruhte das Vereinsleben; Schützenfeste fielen aus. Auch im Krisenjahr 1923 war das Feiern des Schützenfestes behördlich verboten.
- Zweiter Weltkrieg (1939–1945): Erneut musste das Schützenwesen ruhen. Von 1940 bis 1949 fanden keine Schützenfeste statt. Besonders tragisch war der Verlust unseres damaligen Obristen Alois Loddenkemper, der 1942 in Russland fiel.
Trotz dieser schweren Zeiten bewiesen die Cappeler Schützen enormen Zusammenhalt. Unter der Führung von Obrist Gerhard Zurbrüggen (Amtszeit 1949–1961) erlebte der Verein in der Nachkriegszeit eine beeindruckende Renaissance. Im Jahr 1950 konnten Wilhelm Müller und Margarethe Zurbrüggen als erstes Nachkriegs-Königspaar gefeiert werden.
Die Obristen: Lenker der Vereinsgeschichte
Die Obristen prägen als repräsentative Spitze maßgeblich die Ausrichtung und das Erscheinungsbild des Vereins. Ihre lückenlose Dokumentation seit 1900 zeigt die Kontinuität unserer Führung. Zu den prägendsten Persönlichkeiten zählten unter anderem:
- Franz Flüchter: Er bekleidete das Amt in drei verschiedenen Epochen (1912–1922, 1930–1933 und 1971–1979) und wurde 1979 zum Ehrenoberst ernannt.
- Bernhard Hollenhorst-Böbbing: Mit einer Amtszeit von 24 Jahren (1979–2003) ist er der am längsten amtierende Obrist unserer Geschichte.
- Bernd Helfmeier: Er führte den Verein erfolgreich in das 21. Jahrhundert (2003–2019).
Gelebte Tradition im 21. Jahrhundert
Heute präsentiert sich der Cappeler Schützenverein als moderne, aber traditionsbewusste Gemeinschaft in Lippstadt. Die Historie unserer Königspaare wird jedes Jahr im August um ein neues Kapitel erweitert. Neben den Erwachsenen fördern wir seit 2001 mit eigenen Kinder-Königspaaren sowie Kron-, Zepter- und Apfelprinzen aktiv den Schützennachwuchs.
Unsere Geschichte wird nicht nur in Archiven bewahrt, sondern aktiv gelebt und kommuniziert. Ein wichtiges Instrument dafür ist unsere Vereinszeitschrift „KKC – Kette und Krone in Cappel“, die zweimal jährlich erscheint und historische Rückblicke mit aktuellen Ereignissen verknüpft.
Wir sind stolz auf unsere Wurzeln. Die Chronik des Cappeler Schützenvereins ist nicht abgeschlossen – sie wird jedes Jahr von unseren Mitgliedern, dem Vorstand und unserem Königspaar mit neuem Leben gefüllt. Werden auch Sie Teil dieser Geschichte!
